Der Grödig-Flügel Philipp Huspek steht vor einem Wechsel zum FC Ingolstadt. Der Tabellenführer der zweiten deutschen Bundesliga möchte den 23-jährigen Grieskirchener wohl sogar schon... Philipp Huspeks Flirt mit Ingolstadt: Das würde den Flügelflitzer bei den „Schanzern“ erwarten!

SV Grödig - Wappen mit FarbenDer Grödig-Flügel Philipp Huspek steht vor einem Wechsel zum FC Ingolstadt. Der Tabellenführer der zweiten deutschen Bundesliga möchte den 23-jährigen Grieskirchener wohl sogar schon im Winter verpflichten. Huspeks Vertrag läuft zwar im Sommer aus, aber die „Schanzer“ möchten es offenbar nicht riskieren, namhafte Konkurrenz um den beidbeinigen Mittelfeldspieler zu bekommen.

Dass Philipp Huspek überhaupt noch in Grödig spielt, verwundert viele. Im vergangenen Sommer bemühte sich der SK Rapid Wien intensiv um Huspek – der gab dem Rekordmeister jedoch einen Korb. Er fühle sich in Grödig wohl, genieße das familiäre Umfeld und wolle demnach nicht zu Rapid wechseln. Dabei wäre Huspek ein „logischer“ Rapid-Transfer gewesen, erzielte der Grödig-Youngster in der Vorsaison doch fünf Tore, bereitete zwölf vor und leitete zwei weitere ein.

Guter Saisonverlauf nach holprigem Start

Huspeks Statistik in der Saison 2014/15 liest sich ebenfalls gut: Mittlerweile hält der Oberösterreicher bei vier Saisontoren, ebenso vielen Assists und drei Toreinleitungen. Hinzu kommen zwei Treffer im ÖFB-Cup. Dabei begann die Saison für den Shooting Star der abgelaufenen Spielzeit eher holprig und Huspek kam erst in den Herbst- und Wintermonaten zu richtig in Schuss. Sein Doppelpack beim 3:1 gegen Rapid am 22.November brachte ihn schließlich zurück in die größeren Schlagzeilen und es ist nicht verwunderlich, dass er erneut zum Thema bei größeren Vereinen wurde.

Links wie rechts

Das größte Plus, das Huspek mitbringt, ist wohl seine hohe Flexibilität in der offensiven Mittelfeldreihe. Ob er im linken oder im rechten Mittelfeld aufgeboten wird, ist im Grunde egal – Huspek macht da wie dort eine gute Figur und sorgt mit seinen kurzen, explosiven Aktionen und guten Assists stets für die nötige Torgefahr. Huspek ist zudem zielsicher, trotz seiner direkten Spielweise relativ gut im Passspiel und er legt im Schnitt alle 66 Minuten eine Torchance auf.

Viele Zweikämpfe

Die direkte Spielweise Huspeks kann natürlich auch zum Problem werden, zumal sein riskantes Spiel auch gute Mitspieler für das etwaig benötigte Gegenpressing eine Reihe tiefer erfordert. Seine Zweikampfbilanz ist mit 125 : 125 exakt ausgeglichen, wobei der 23-Jährige aber vor allem Offensivzweikämpfe gewinnt. Zwar scheut er nicht vor Defensivduellen zurück, aber seine Stärken liegen dennoch klar im offensiven Bereich. In der laufenden Saison gewann Huspek zudem nur 16,7% seiner Kopfballduelle.

Ingolstadt sensationell

Dass nun Ingolstadt auf den Plan tritt, ist für Huspek als riesige Chance zu werten und rechtfertigt seinen letztsommerlichen Verbleib bei Grödig auf der ganzen Linie. Der FCI ist aktuell Tabellenführer in Deutschlands zweiter Spielklasse und verlor erst eine einzige Partie. Die Hasenhüttl-Elf führt die Tabelle bereits unglaubliche sieben Punkte vor Darmstadt an, liegt neun Punkte vor dem Relegationsplatz. In einer verrückten Saison, in der Teams wie 1860 München, St.Pauli oder womöglich sogar die SpVgg Greuther Fürth gegen den Abstieg kämpfen müssen, wäre der Sensationsaufstieg der „Schanzer“ wohl gar keine so große Überraschung mehr. Zu gefestigt wirkt das Team des österreichischen Trainers, in dem auch Lukas Hinterseer eine tragende Rolle spielt.

Leckie und Lex als Konkurrenten

Leicht wäre es für Philipp Huspek in der Audi-Stadt aber sicher nicht, denn die Konkurrenz wäre groß. Der australische Linksaußen Mathew Leckie verzeichnete in der Saison 2014/15 eine Leistungsexplosion, hält mittlerweile bei vier Toren und fünf Assists, war somit fast an einem Drittel der 28 Ingolstadt-Tore beteiligt. Nach momentanem Stand wäre es für Huspek sogar einfacher sich als Rechtsaußen durchzusetzen, doch auch da macht mit dem 25-jährigen Stefan Lex gerade ein Senkrechtstarter von sich reden. Der Ex-Fürther ist zwar kein unumstrittener Stammspieler, hält jedoch bereits bei fünf Saisontreffern und braucht im Schnitt nur 158 Minuten für ein Tor.

Huspek als „Vorsorgetransfer“?

In Grödig kam Huspek auch gelegentlich auf der Zehnerposition zum Einsatz, die jedoch in Hasenhüttls konsequent gelebten Box-to-Box-Gedanken bei Ingolstadt so nicht existiert. Wenn Huspek sich in Ingolstadt durchsetzen möchte, dann müsste er es an einem Flügel schaffen. Die Intention des Ingolstädter Interesses ist freilich auch klar: Man möchte sich mit einem recht kostengünstigen, risikolosen Transfer vor möglichen Abgängen wappnen, denn vor allem die gute Saison des Mathew Leckie blieb so manchem größeren Verein nicht verborgen. Zudem wäre Huspek ein guter Katalysator, um anderen Wackelkandidaten im Team ein wenig Druck zu machen – der 28-jährige Moritz Hartmann, einst Vizetorschützenkönig als Ingolstadt noch in Liga 3 spielte, ist hierfür ein gutes Beispiel. Mit einer Entscheidung ist jedenfalls in den nächsten Tagen und Wochen zu rechnen.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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