Vorgestern präsentierte Obmann Pucher das neue Erste-Liga-Paket des SV Mattersburg samt neuem Trainer und Spielerabgängen. Wie erwartet beerbt Alfred Tatar Franz Lederer und auf... Trainerwechsel und sanftes Aussortieren in Mattersburg: Der SVM geht mit seinen „Stars“ in die neue Saison!

SV MattersburgVorgestern präsentierte Obmann Pucher das neue Erste-Liga-Paket des SV Mattersburg samt neuem Trainer und Spielerabgängen. Wie erwartet beerbt Alfred Tatar Franz Lederer und auf dem Spielersektor tat sich schon mit dem Abgang Ilco Naumoskis viel. Der seit 2005 unter Vertrag stehende Mazedonier verlässt überraschend den Verein. abseits.at analysiert die Pressekonferenz Punkt für Punkt und zieht ein Fazit.

Was sich schon seit seinem Abgang bei der Vienna abzeichnete ist nun offiziell: Tatar wird neuer Trainer in Mattersburg! Lederer räumt den Trainerplatz und wechselt in die Position des sportlichen Leiters, die zuvor Ernst Simmel innehatte. Der Rekordtrainer wird sich in Zukunft um das Scouting kümmern und das Trainerteam in diversen Aufgabenbereichen unterstützen. Auf Tatar wartet eine intakte Mannschaft, die keinen großen Aderlass hatte und die noch mit dem Großteil der wichtigsten Leistungsträger bespickt ist. Pucher engagierte den Ex-Vienna-Trainer, da er seit Jahren stets mit einem neuen Kader arbeiten musste, trotzdem immer das Saisonziel erreichte und vor allem die Liga gut kenne.Tatar gilt als Fußballphilosoph, der taktisch gerne experimentiert und ein klares Konzept verfolgt. Die Mannschaft kam zuvor mehr als acht Jahre nie großartig in den Genuss von tiefergehenden taktischen Anweisungen – daher bleibt abzuwarten, wie gut Tatar mit einer spärlich geschulten Mannschaft arbeiten kann. Wie schwer Pucher diese Entscheidung fiel, zeigt seine tränenreiche Verabschiedung Lederers, der aber aufgrund seiner Erfahrung dem Verein erhalten bleibt.

Der Sargnagel wurde gezogen

Naumoskis vergebene Chance gegen die Admira am letzten Spieltag wird wohl jedem SVM-Anhänger bis in alle Ewigkeit in Gedanken erhalten bleiben, steht die kläglich vertane Möglichkeit praktisch symbolisch für den Abstieg und die Art und Weise von Naumoskis Abgang. Dass Pucher die Reißleine ziehen musste, war allen klar, doch Pucher setzte in der Vergangenheit stets auf den Bad Boy, daher herrschte Skepsis, ob er tatsächlich geht oder doch bleibt. Sein Vertrag wurde nicht mehr verlängert und nun muss sich Naumoski der schwierigen Vereinssuche stellen, denn seine Vita ist wohl mehr eine Last als ein Vorteil. Gut möglich, dass das üppige Strafregister des Mazedoniers viele Vereine verschreckt. Es bleibt abzuwarten, ob Naumoski in Österreich bleibt, die Bundesliga dürfte aber wohl für ihn verschlossen bleiben. Interessant: Naumoskis Abgang stand schon vor dem Abstieg – und somit auch vor seinem „Matchball“ im Abstiegskampf – fest.

Personalkosten werden beim Trainerteam gespart

Die zwei bisherigen Co-Trainer, Goce Sedloski und Ivo Smudla, werden durch den 34-jährigen Amateur Co-Trainer Markus Karner ersetzt, der eine junge und billige Lösung darstellt und den vielen talentierten Amateur-Spielern den Weg in die Kampfmannschaft ebnen soll. Unklar ist vorerst noch, ob weitere Personalwechsel folgen werden. Etwas überraschend erscheint der Abgang des mazedonischen Rekordnationalspielers (100 A-Team Einsätze) Sedloski, der sich bereits in Mattersburg eingelebt hatte und bisher gute Arbeit leistete. Sein Abgang wird wohl den Einsparungsmaßnahmen geschuldet sein.

Pucher betont „Kein Ausverkauf!“

Wie bereits berichtet, besitzen viele Spieler einen für die Erste Liga gültigen Vertrag, der mit einer Gehaltskürzung im Falle des Abstiegs gekoppelt war. Deswegen wird es für Pucher keine großen Schwierigkeiten darstellen, mit einem Budget von 3,5 bis 3,8 Millionen Euro, Spieler wie Farkas und Bürger zu halten. Ebenjene Spieler werden für den Titelkampf im Liga 2 sehr wichtig werden und eventuell den Unterscheid ausmachen. Pucher begründete das Bleiben seiner „Stars“ mit der Tatsache, dass der Verein jahrelang hinter ihnen stand und sich um sie sorgte. Jetzt gilt es für sie, den Verein in dieser schweren Situation zu unterstützen. Es stand aber jedem Spieler frei zugehen, da man mit Spielern, die nicht in der Ersten Liga spielen wollen, ohnehin nicht planen würde. Umso bemerkenswerter, dass Bürger und Farkas trotz zahlreicher Interessenten dem Verein treu bleiben. Das „Familienfeeling“ in Mattersburg hat in schlechten Phasen eindeutig Vorteile.

Neben Naumoski gab Pucher die Abgänge von Ivica Majstorovic, Adnan Mravac und Alexander Pöllhuber bekannt. Auffallend ist, dass es sich dabei um drei Innenverteidiger handelt. Mit Malic, Rodler, Steiner und mit Abstrichen Rath stehen daher noch vier Spieler für die Position des Innenverteidigers zur Verfügung.

Die Youngsters Potzmann und Gartner spielen in den Planungen ebenfalls keine Rolle mehr, da sie sich noch nicht deklariert haben und zudem lukrativere Angebote vorliegen haben. Die Nachwuchsnationalspieler werden den Verein verlassen, Gartner womöglich sogar ins Ausland wechseln. Ebenfalls fraglich ist der Verbleib Florin Lovins, ein Gespräch zwischen dem Rumänen und dem neuen Trainer wird Gewissheit bringen.

Titelfavorit SVM

Der SV Mattersburg begann einen für Vereinsverhältnisse großen Umbruch und geht dennoch mit vielen Leistungsträgern in die neue Saison. Man muss Pucher ein Kompliment aussprechen, denn es grenzt an ein Wunder, dass Spieler wie Bürger und Farkas nicht sofort das Weite suchen, sondern auch einen Abstieg des Vereins in Kauf nehmen. Wie Pucher stets betonte, stehe man auf wirtschaftlich gesunden Beinen und kann weiterhin auf alle Sponsoren vertrauen. Auch wenn Prognosen in der Heute für Morgen Erste Liga immer schwer sind, darf Mattersburg aufgrund seines für die zweite Spielklasse enormen Spielerpotentials getrost als Titelfavorit bezeichnet werden.

Benjamin Doppler, abseits.at

Benjamin Doppler

  • tfr

    12.Juni.2013 #1 Author

    die Transferzeit dauert noch lange, Farkas und Bürger sind für die 2. Liga viel zu gut und bringen ordentliches Geld. Ich schätze, daß die 2 bereit sind, auch in die 2. Liga zu gehen, aber der Verein sie ziehen läßt, wenn sich jemand mit einem entsprechend attraktivem Angebot einstellt. Schnäppchen werden die jedenfalls nicht sein.

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