Damir Canadi hat nur wenige Monate nach seinem Aus beim SK Rapid einen neuen Job als Cheftrainer. Der 47-Jährige übernimmt Atromitos Athen, den Achten... Schleudersitz: Damir Canadi heuert bei Atromitos Athen an

_Damir Canadi - SCR Altach (2)

Damir Canadi hat nur wenige Monate nach seinem Aus beim SK Rapid einen neuen Job als Cheftrainer. Der 47-Jährige übernimmt Atromitos Athen, den Achten der vergangenen Saison in der griechischen Superleague. Das Ziel: Ein Europacupplatz.

Nur knappe 2 ½ Monate stand Damir Canadi ohne Verein da. Nach nur 17 Spielen als Rapid-Cheftrainer, mit der verheerenden Bilanz von 0,88 Punkten pro Spiel, heuert der Wiener in Griechenland an. Bei Atromitos unterschrieb er vorerst einen Einjahresvertrag und soll den Verein wieder in die Erfolgsspur führen. Letzte Saison wurde der Hauptstadtklub Achter, davor Siebter, Fünfter und Dritter. In letzter Zeit ging es mit den Blau-Weißen also sukzessive bergab.

Lospech in Europa

Vor allem im Europacup verliefen die letzten Jahre enttäuschend. Das letzte Mal startete Atromitos im Sommer 2015, nach dem Weiterkommen gegen AIK Stockholm war aber im Europa-League-Playoff gegen Fenerbahce klar Endstation. Auch die Jahre davor verliefen durchwachsen: Das Out gegen den FK Sarajevo 2014 schmerzte ebenso, wie das knappe K.O. gegen AZ Alkmaar ein Jahr davor. Wirkliches Losglück hatten die zumeist ungesetzten Griechen aber auch nicht. In den Jahren zuvor scheiterte man an Newcastle United und Sevilla. Der Aufstieg gegen AIK Stockholm war somit das einzige europäische Erfolgserlebnis in der Vereinsgeschichte.

Kein Klub der Massen

Die Fanszene von Atromitos Athen ist für ihre antifaschistische und antirassistische Geisteshaltung bekannt. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu gewaltvollen Auseinandersetzungen mit den Fans von AEK Athen. Alleine in den letzten vier Jahren gab es wegen diverser Sanktionen acht Geisterspiele mit Atromitos-Beteiligung. Und auch sonst ist der kleine Athener Klub kein wirklicher Zuschauermagnet. In der vergangenen Saison kamen in zehn Heimspielen weniger als 1.000 Fans ins Stadion.

Umbruch im Sommer

Die Mannschaft von Atromitos steht vor einem Umbruch und einige der wenigen bekannten Namen werden den Klub im Laufe des Sommers verlassen. So zum Beispiel der französische Angreifer Anthony Le Tallec oder der griechische Mittelfeldroutinier Giannis Maniatis. Auch der bisherige Trainer, der Portugiese Sá Pinto, wird zu Canadis Gunsten vor die Tür gesetzt. Canadi wiederum nahm Eric Orie als Co-Trainer mit. Dieser war zuvor Cheftrainer des FC Dornbirn.

Interessante Spieler

Die verbleibenden, interessantesten Spieler des Klubs sind etwa Linksverteidiger Alexandros Katranis, ein aktueller griechischer U21-Nationalspieler. Auch den weißrussischen Sechser Dmitri Baga und den nigerianischen Stürmer Abiola Dauda lohnt es sich zu beobachten. Das zentrale Mittelfeld ist mit Martín Tonso und Javier Umbides mit zwei routinierten Argentiniern besetzt.

Schleudersitz Atromitos

Angesichts zahlreicher auslaufender Verträge ist der Atromitos-Kader für 2017/18 noch lange nicht in Stein gemeißelt. Canadi wird also eine durchaus stark veränderte Mannschaft vorfinden und noch ist es fast unmöglich, eine Prognose abzugeben, wie konkurrenzfähig der Klub ab der kommenden Saison sein wird. Auch die finanzielle Situation des Klubs verheißt nichts Gutes. Einfach wird es für den Österreicher im Pulverfass Atromitos nicht: Von den letzten sechs Cheftrainern – Interimstrainer sind hier sogar ausgenommen – blieb kein einziger länger als zehn Monate im Sattel. Die durchschnittliche Amtszeit der Atromitos-Trainer der letzten zehn Jahre waren 8,5 Monate.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen