Der heutige Gegner des FK Austria Wien, Zenit St.Petersburg, startete leicht holprig in die neue Premijer-Liga-Saison, präsentiert sich aber seit Ende Juli erschreckend souverän.... Seit Ende Juli erschreckend souverän: 1:3 in Madrid war Zenits einziger Ausrutscher

Zenit St.Petersburg - RusslandDer heutige Gegner des FK Austria Wien, Zenit St.Petersburg, startete leicht holprig in die neue Premijer-Liga-Saison, präsentiert sich aber seit Ende Juli erschreckend souverän. Betrachtet man die letzten 14 Pflichtspiele, so war die 1:3-Auswärtsniederlage beim ungeschlagenen spanischen Tabellenzweiten Atlético Madrid die einzige Niederlage…

Der russische Vizemeister startete mit einem 0:3 im Supercup gegen ZSKA Moskau in die neue Saison. Auf einen 2:1-Auftaktsieg beim FK Krasnodar in der Meisterschaft folgte ein ernüchterndes 1:2 bei Rubin Kazan und ein 1:1 zu Hause gegen Kuban Krasnodar. Doch am 30.Juli stieg Zenit ins europäische Geschäft und ab diesem Zeitpunkt zeigte sich die Elf von Luciano Spalletti bärenstark.

Mit Leichtigkeit durch die Qualifikation

Alle vier Qualifikationsspiele wurden gewonnen: Nordsjaelland wurde auswärts mit 1:0, zu Hause mit 5:0 besiegt. Pacos Ferreira war im Playoff ebenfalls kein Stolperstein: 4:1 auswärts, 4:2 zu Hause. Zum Mister Europacup avancierte in der Qualifikationsphase der routinierte Mittelfeldspieler Roman Shirokov (32), der in nur 225 Europacup-Minuten fünf Treffer erzielte. Der Portugiese Danny traf dreimal, der Brasilianer Hulk zweimal.

Remis nur gegen Dinamo Moskau

Währenddessen fuhr Zenit in der Liga den sprichwörtlichen ‚Schlitten‘ mit der Konkurrenz. In der 6.Runde am 24.August gab es ein 1:1 bei Dinamo Moskau, das den finanziellen Engpass von Anzhi Makhachkala gut ausnützte und sich massiv verstärkte. Es war der erste Punktverlust in der Liga seit einem Monat und blieb auch bis jetzt der letzte. Dazwischen gab es souveräne Siege: 3:1 bei Volga Nizhni Novgorod, 3:0 gegen Anzhi Makhachkala, 2:1 gegen Lok Moskau, 2:0 gegen Terek Grozny.

Niederlage in Madrid weckt Hulk auf

Wir schreiben den 18. September: Noch befand sich Zenit auf dem zweiten Platz hinter ZSKA Moskau. Danny und Shirokov glänzten bisher mit je sieben Pflichtspieltreffern, auch Heimkehrer Andrey Arshavin verbuchte einige Erfolgserlebnisse. Einzig vom brasilianischen Starspieler Hulk sah man bisher nicht so viel wie erhofft. Ausgerechnet eine Niederlage sollte das ändern: Im Estadio Vicente Calderon zu Madrid gab es eine 1:3-Niederlage gegen Atlético, die den letzten Platz in der Champions-League-Gruppe nach dem ersten Spieltag bedeutete. Das Tor für die Russen erzielte Hulk – und ab diesem Zeitpunkt ging die Saison für Zenit erst so richtig los.

12:3 und neun Punkte aus den letzten drei Spielen

Zwischen dem 22. und dem 28. September bestritt Zenit St.Petersburg drei Ligaspiele: Auswärts in Rostov gewann das Team mit 4:0, auswärts bei Krylia Sovetov Samara 4:1 und zu Hause gegen Spartak Moskau 4:2. Hulk erzielte dabei vier Tore und bereitete drei vor, Danny erzielte zwei Tore und bereitete vier vor. Auffällig war dabei, dass Zenit nicht unbedingt mit viel Ballbesitz glänzte, sondern enorm direkt spielte und auch durch zahlreiche Einzelaktionen den Weg zum gegnerischen Tor fand. Durch den einen oder anderen leichtfertigen Ballverlust musste man zwar auch Gegentore hinnehmen, aber insgesamt war Zenit in diesen drei Spielen unbezwingbar, weil sie sich enorm viele Chancen herausspielten. In diesen drei Partien erarbeitete sich Zenit 54 Torschüsse, von denen 23 aufs Tor kamen – und zwölf waren drin!

Seit acht Heimspielen ungeschlagen

Mit Hilfe von Effizienz und individueller Klasse holte sich Zenit damit letzte Woche die Tabellenführung und führt die russische Liga nun mit drei Punkten Vorsprung auf ZSKA Moskau an. Zenit ist mittlerweile seit acht Heimspielen ungeschlagen und gab seit sechs Heimspielen keinen Punkt mehr ab. Beunruhigender als die Statistik ist aber die Art und Weise, wie Zenit in der letzten Woche auftrat und wir müssen heute auf das Ende dieser russischen Selbstvertrauenswelle hoffen…

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen