Wir schreiben den 22. August 2005: Die Schweiz wird gerade von einem Jahrhunderthochwasser heimgesucht, in Vorarlberg herrscht Ausnahmezustand. In Moskau schreibt ein Slowake österreichische... Die Fehler von gestern sind die Sorgen von heute – Quo vadis, Rapid?

Wir schreiben den 22. August 2005: Die Schweiz wird gerade von einem Jahrhunderthochwasser heimgesucht, in Vorarlberg herrscht Ausnahmezustand. In Moskau schreibt ein Slowake österreichische Sportgeschichte. Als Josef Valachovic in der 84. Minute des Rückspiels in der Qualifikation für die Champions League gegen Lok Moskau das 0:1 erzielt, schwebt die grün-weiße Seele auf Wolke sieben. Jetzt, über sechs Jahre danach, ist Tristesse in Hütteldorf eingekehrt. Kein Europacup, schwache Leistungen, ratlose Trainer – Rapid steht kurz davor, in das Mittelmaß abzurutschen. Wie es dazu kommen konnte und warum Peter Schöttel die Fehler seines Vorgängers ausbaden muss.

Peter Schöttel stand ein Wechsel mit riesiger Tragweite bevor. Vom ruhigen und beschaulichen Wiener Neustadt, wo seine Hauptaufgabe die Entwicklung junger Talente war, wagte sich der Wiener in die Schlangengrube Rapid. Dass sich seine Philosophie mit dem Wechsel schlagartig ändern müsse, war Schöttel wohl von Anfang an klar – die Durchsetzung des Paradigmenwechsels wurde aber nie wirklich vollzogen. In Wiener Neustadt konnte Schöttel viel experimentieren, Spieler auf verschiedenen Positionen einsetzen, um zu sehen, wie sie mit welcher Aufgabe zurecht kommen würden. Auch bei den Neuzugängen war es der 44-Jährige aufgrund der äußerst beschränkten finanziellen Mittel der Niederösterreicher gewöhnt, sich im Unterhaus des österreichischen Fußballs umzusehen. Die (im Stadion selten vorhandenen) Fans hatten Geduld mit Mannschaft und Trainer und stellten nicht allzu große Forderungen. In Neustadt war man einfach nur froh, wieder Bundesliga-Fußball sehen zu können.

Eine neue Welt

Mit dem Wechsel nach Wien zum Rekordmeister änderte sich allerdings alles schlagartig. Bei Rapid sitzen nicht 3.000, sondern 15.000 Zuschauer im Stadion – und Hunderttausende vor den Fernsehgeräten, und wollen ihre Mannschaft siegen sehen. Niederlagen werden nicht akzeptiert, ein Platz unter den ersten drei ist Pflicht. Im Idealfall sollte Grün-Weiß immer bis zum Schluss um den Meistertitel mitspielen. Eine große Last für einen jungen Trainer, der die Idylle aus Wr.Neustadt gewöhnt ist. Dass die Uhren in Hütteldorf anders ticken als in Neustadt bekam Schöttel bereits in der Sommerpause zu spüren. Er verlängerte die Verträge von Soma und Heikkinen, was ihm aus den Reihen der Fans heftige Kritik einbrachte. Den Vorwurf, zwei in die Jahre gekommene Legionäre um teures Geld unnötig verlängert zu haben, muss sich Schöttel gefallen lassen. Bei seinem Amtsantritt sprach Schöttel immer wieder davon, neue, junge, dynamische Spieler zu Rapid holen zu wollen. In Thomas Prager, Guido Burgstaller, Thomas Schrammel oder Deni Alar glaubte er genau diese Spieler gefunden zu haben.

Verletzungspech

Kaum waren die neuen Spieler an Bord, begann eine schaurige Verletzungsserie. Thomas Prager verletzte sich an Schulter und Knie schwer, Thomas Schrammel erlitt einen Kreuzbandriss, Guido Burgstaller fiel nach einer schweren Verletzung monatelang aus. Vor allem der Ausfall des jungen Kärntners muss Schöttel hart getroffen haben, spielte der ehemalige Wr.Neustädter ja eine zentrale Rolle in den Planungen Schöttels. Zuletzt erwischte es Jan Novota, den slowakischen Torhüter, der geholt wurde, um Helge Payer in einem harten Konkurrenzkampf zu besseren Leistungen zu pushen. Zu den zahlreichen Verletzungen gesellten sich Krankheiten und kleinere Blessuren. So konnte Schöttel von Anfang an nicht die Mannschaft aufbieten, die er sich vor der Saison vorgestellt hatte.

Die Fehler von gestern sind die Sorgen von heute

Ein paar Verletzte, ein neuer Trainer, eine schwache Saison – das alles ist zwar ärgerlich, kann aber trotzdem nicht der Grund sein, warum Rapid in sechs Jahren von einem Champions-League-Starter zum Underdog in der Bundesliga mutierte. Die Gründe für die derzeitige sportliche Situation sind nicht in der heurigen Saison zu suchen, sondern deutlich früher. Konnte man die Verkäufe von Ivanschitz, Korkmaz, Maierhofer oder Hoffer noch erstaunlich gut verkraften, scheint es jetzt so, als ob es die Hütteldorfer mit ihrem Abverkauf etwas übertrieben hätten. Auf Ivanschitz folgte Boskovic, auf Korkmaz folgte Drazan, auf Maierhofer und Hoffer folgte Jelavic. Nahezu jeder Verkauf konnte kompensiert werden, durch die Erlöse konnten Löcher im Budget gestopft und vergleichsweise günstiger Ersatz verpflichtet werden. Dass man bei Neuverpflichtungen aber nicht immer ein derart glückliches Händchen haben kann, hätte schon damals jedem klar sein müssen.

So kam es, wie es kommen musste: Nach den Abgängen von Jelavic und Boskovic fand Rapid keinen Ersatz, der in die großen Fußstapfen der beiden Spieler treten konnte. Von Jelavic ließ sich Rapid erfolgreich erpressen, Branko Boskovic, der nie aus Wien weg wollte, konnte aufgrund eines dubiosen Managers und dessen Forderungen nicht gehalten werden. Als diesen Sommer auch noch Pehlivan, Kavlak und Kayhan gingen, war nicht mehr viel übrig von der erfolgreichen Rapid-Mannschaft der letzten Jahre. Aus dem Jahr 2005 sind mit Hofmann und Payer nur noch zwei Spieler der Startaufstellung vom „Wunder von Moskau“ im Kader; auch aus der Mannschaft, die in der Europa League gegen Aston Villa, den HSV oder Celtic Glasgow aufzeigte, haben viele Spieler Rapid den Rücken gekehrt.

Die „New Generation“ braucht noch Zeit

Jetzt sollen neue Helden produziert werden. Nach Korkmaz oder Hoffer soll nun eine dritte Generation dem Rapid-Spiel seinen Stempel aufdrücken. Guido Burgstaller, Atdhe Nuhiu, Thomas Schrammel oder Deni Alar sollen den Stamm für die nächsten Jahre bilden. Das Problem dabei: Zu Beginn brauchen junge Spieler Routiniers neben sich, an denen sich die Youngsters „festhalten“ können. Diese Routiniers hätte Rapid in der Theorie – nur sind sie viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Salihi darf nur ab und zu spielen, Payer fand seit seiner Thrombosenerkrankung nie zur alten Stärke zurück, Hofmann ist gezeichnet von den Verletzungen und Überbelastungen der letzten Jahre. Spieler wie Thomas Prager oder Harry Pichler sind noch nicht lange genug im Verein, um bereits die so dringend benötigten Führungsspieler zu sein, Ragnvald Soma und Markus Heikkinen stellen eher Unsicherheitsfaktoren als zuverlässige Führungspersönlichkeiten dar.

Die Lösung: Ein alter Bekannter

Am meisten schmerzt Rapid wohl immer noch der Abgang von Branko Boskovic. Der Montenegriner entlastete Hofmann im Offensivspiel, leistete Defensivarbeit, ordnete das Spiel im Zentrum und gab jüngeren Spielern wie Kavlak oder Pehlivan die nötige Sicherheit, um mit Selbstvertrauen und Mut große Spiele abzuliefern. Jener Boskovic, der mittlerweile in der bei Spielmachern unbeliebten amerikanischen Liga MLS kickt und gerne wieder nach Wien zurückkehren würde. Rapid könnte ihn gut brauchen, Boskovic selbst hat Sehnsucht nach Wien – Herr Schöttel, Sie sind am Zug!

Archimedes, abseits.at

Archimedes

  • Konrad Pe

    29.Oktober.2011 #1 Author

    Boskovic zurückholen … ich zahl ihm den Flieger, und hol ihn mit Weckerl & warmen Kaffee vom Flughafen ab! 🙂

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  • Gast

    29.Oktober.2011 #2 Author

    das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein…der in die jahre gekommene boskovic soll unser heilsbringer sein???

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  • Charlie

    29.Oktober.2011 #3 Author

    Meiner meinung nach muss Schöttel sich auf ein System festlegen es hilft auch der Mannschaft nicht wenn jedes Spiel anders gespielt wird.Meiner meinung nach sollte Rapid in einen 4-2-3-1 spielen und je nach gegner Offensiver oder Defensiver werden.

    so könnte die Aufstellung ausschauen:

    ———————————-Payer———————–
    Schimpelsberger-Sonnleitner-Pichler-Schrammel
    ————————Prager——-Prokopic————–
    ———Burgstaller———Hoffman——–Drazan
    ———————————Alar—————————–

    als Backup für
    IV  Soma,Patocka
    LV Katzer
    RV ?
    DM Heikkinen,Kulovits
    RM Trimmel
    LM ?
    ZOM ?
    ST Gartler,Sahili,Nuhiu

    Natürlich können einige Spieler auch auf anderen Postionen auflaufen.
    Rapid hat eine gute 1 Manschaft sieht mann aber auf die Bank wird einem schlecht überhaupt in der Defensive.

    Katzer,Kulovits,Patocka,Heikkinen,Soma sind alles Spieler die schon lange ausser Form sind bzw nicht modern oder zu alt.

    im Mittelfeld gibt es keinen der Hoffman entlastet bzw. ersetzen kann und im Sturm hat man einen Überschuss und mit Sahili und Nuhiu gleich 2 Stürmer der Marke „ich warte auf den Ball im Strafraum“ das geht im heutigen Fußball einfach nicht mehr wenn man Erfolgreich sein will.

    Als Verein Rapid muss man einfach zum Erzrivalen Austria schauen und ganz genau Analysieren was macht die Austria richtig,was macht Rapid falsch.

    und sich einfach die Fragen stellen:
    Passt schöttel der nur mit Wr.Neustadt Kontern musste zu Rapid? oder hätte man sich nicht einen Trainer suchen sollen der es gewohnt ist eine Manschaft  immer auf Meisterkurs mit attraktiven Fußball zu führen.

    sind Sponsoren wirklich wie von der Fangemeinde nur Kommerzler oder bringen sie das nötige kleingeld das man sich für Österreich Spitzenspieler holen kann?

    Solange bei Rapid Tradition und die Rapid-Familie groß geschrieben wird und über alles andere gestellt wird bzw. das es so ausschaut als würden die Fans den Club führen und nicht Professionales Management wird es mit der Talfahrt immer weiter gehen und Rapid kann sich mit Mattersburg ein grün weißes Bruder Duell um die Plätze 8-10 streiten.

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  • Gast2

    29.Oktober.2011 #4 Author

    da kann leider auch nicht zustimmen… ein boskovic zurückholen macht sicherlich keinen sinn.

    rapid hat und hatte schon seit dem ich denken kann immer das problem das keiner langfristig an den verein denkt… wenn man ausbildungsverein sein will und spieler teuer ins ausland verkaufen will (was wir ja in den letzten jahren erfolgreich geschafft haben) brauch ich ein top-scouting damit ich die leistungsträger die ich verkaufe mit einen toptalent nachbesetzen kann… (siehe vereine in holland oder frankreich)

    auch sehe ich bei unseren kader nicht so schwarz wie hier viele schreibenn nur…

     …das ein payer schon lange nur patzt
    … ein katzer schon seit jahren langsamer rennt als ein ogris 😉
    … soma und patocka zu alt sind
    … ein kulovits immer nur ersatz war
    … heikkinen auf der falschen position spielt

    heikkinen spielt seit längerem im fin.nationalteam als innenverteidiger… macht dort seine sache ganz gut, aufjedenfall besser als soma da er spielstärker ist.
    außerdem wenn ich mit einer 4-2-3-1 taktik spielen will brauch ich 2 zentrale mittelfeldspieler die auch am ball was können prokopic prager bzw hoffman prager wären da nicht schlecht und 3 offensive mittelfeldspieler die nicht nur an der aussenbahn mit dem ball laufen… drazan trimmel findest dur fast nur auf der außenbahn.
    die spielen fast noch immer gleich wie unter pacult nur das jetzt keine kopfballstarken sürmer auf die hohen bälle warten.
    wenn sich rapid verstärken will dann bitte spieler die wirklich weiterhelfen
    1x tw 1x iv und 1x om der mit dem ball per du ist

    der rest kommt von allein wenn herr schöttel paar spieltage die gleiche manschaft mit der gleichen aufstellung ins spiel schickt… aber das ist eine andere geschichte 🙂

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  • gast3

    29.Oktober.2011 #5 Author

    ich finde das rapid schon seit vielen jahren ein echtes problem hat wen es darum geht entlich mal spieler zu halten und kontunität reinzubekommen weil wen man eit über 10 spieltagen 10 mal mit einer anderen aufstellung spielt da kan nix draus werden und das thema boskovic zurückholen finde ich den falschen schritt man muss entlich mal anfangen ein scautig-system zu erarbeiten das ja bei uns ja angeblich so gut ist haha. man muss aus über die grenzen schauen nicht nur auf österreicher schauen wen ich mir in spanien zb. barca anschae die b-mannschaft da würden einige sicher bei uns spelen die es bei barca nicht schaffen was sehr traurig ist das ried ein besseres scautig hat wie wir aber min.die hälfte weniger buget hat da muss man sich mal hinterfragen bei rapid dan fangt danz oben an.

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  • Gast1899

    30.Oktober.2011 #6 Author

    Wir hatten bereits die Lösung, aber unser Vorstand hat es verbockt!
     
    Boskovic 2.0 stand im Sommer ante portas. Ein Top-Spielmacher der sich seine Sporen bereits in einer Top-Liga verdient hat und zu einer echten Gallionsfigur für grün-weiß hätte werden können. Der Spieler wollte zu Rapid, das finanzielle war geklärt….
    …aber die Obigen haben es verbockt.
    VORSTAND RAUS

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  • tewe

    30.Oktober.2011 #7 Author

    da ein bosko auch nicht jünger wird halt ich auch nicht viel von einer rückholaktion. katzer spielt als backup für schrammel seine rolle ausgezeichnet, das passt schon. ich vermute mal dass im winter saurer und salihi sowie ein oder 2 weitere spieler abgegeben werden und hoffe auf EINE neuverpflichtung die uns wirklich weiterhilft. einen tormann würd ich mir auch wünschen, da novota allerdings erst verpflichtet wurde (leider), wird sich da frühestens im sommer etwas ändern. qualität vor quantität, muss das motto der nächsten transferzeit lauten ohne dabei zu viel zu ändern. heikkinen ins abwehrzentrum wird uns auch nicht weiterhelfen (kopfballungeheuer is er nicht unbedingt), der darf gerne die saison im MF zu ende bringen denn über die saison hinaus wird er vermutlich nicht bei rapid bleiben.
    bezüglich startformation hoffe ich das die zeit des ausprobierens langsam vorbei ist und etwas mehr kontinuität herrscht. ein klein wenig hat man schon den eindruck dass es bei pacult jahrelang nur plan A gab während schöttel bald das alphabet durch hat. ist aber aufgrund der erst kurzen amtszeit etwas unfair gegenüber schöttel weshalb man da erst nach einer vollen saison ein echtes urteil abgeben sollte

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