Der SK Rapid nutzte die Länderspielpause um gegen den Tabellenletzten der Ersten Liga zu testen: Der TSV Hartberg war am Freitagnachmittag zu Gast in... Bewegungstherapie in der Länderspielpause: Rapid besiegt Hartberg mit 3:1 (Highlights im Artikel)

Der SK Rapid nutzte die Länderspielpause um gegen den Tabellenletzten der Ersten Liga zu testen: Der TSV Hartberg war am Freitagnachmittag zu Gast in Hütteldorf und schlug sich gegen eine dezimierte Rapid-Elf recht gut, ließ dem Rekordmeister des Öfteren keinen Platz, wodurch dieser wiederum sein Spiel nicht aufziehen konnte.

Rapid musste im Spiel gegen den Erstligisten auf zehn Spieler verzichten: Schimpelsberger, Alar, Drazan und Salihi sind im Länderspieleinsatz, Payer, Novota, Katzer, Schrammel, Soma und Trimmel fehlten krank oder verletzt. Somit ging Rapid sogar ohne Ersatztorhüter ins Spiel gegen Hartberg. Lukas Königshofer stand über 90 Minuten im Kasten, auf der Bank nahmen nur Thomas Prager, Markus Heikkinen und Guido Burgstaller Platz, wobei aber nur ersterer eingewechselt wurde. Amateure wurden aufgrund des Regionalligaspiels am selben Tag in Schwechat nicht in die Kampfmannschaft hochgezogen.

Kein Gleichgewicht auf den Flügeln

Rapid praktizierte gegen den TSV Hartberg ein 4-1-3-2-System, in dem Stefan Kulovits als einziger defensiver Mittelfeldspieler agierte. Steffen Hofmann spielte die Position eines zentralen Freigeists, auf den Flügeln spielten Prokopic und Saurer. Ebendiese Flügel waren taktisch von Interesse, da sie sich enorm unausgeglichen präsentierten. Während auf der linken Seite Pichler und Saurer sehr defensiv ausgerichtet waren, nicht weit genug nach vorne schoben, spielte Prokopic auf der rechten Seite zumeist auf Höhe der Stürmer und sein Hintermann Thonhofer etwa auf der Höhe, für die sich Mittelfeldspieler Saurer auf der gegenüberliegenden Seite entschied. Seitenwechsel wurden dadurch erschwert: Wenn beispielsweise der zunächst agile Außenverteidiger Thonhofer zur Mitte spielte und Hofmann den Ball auf die andere Seite verteilen wollte, fand er dort auf Höhe Thonhofers Saurer – und der hatte offensiv keine weiteren unmittelbaren Anspielstationen.

Schwaches Antizipieren der Angreifer

Das zweite Problem im Offensivspiel der Grün-Weißen: Die Stürmer antizipierten nicht gut genug – aus unterschiedlichen Gründen. Prinzipiell bewegten sich Nuhiu und Gartler im Spielaufbau nicht konsequent genug in Richtung Mittelfeldspieler. Wenn die beiden Angreifer jedoch an Bälle kommen, die es zu verarbeiten oder behaupten galt, scheiterte Gartler des Öfteren an seiner Lässigkeit und Nuhiu an seinen technischen Fähigkeiten. Nur selten konnte er sich gegen die eng am Mann stehenden Hartberger Innenverteidiger mit technischen Mitteln durchsetzen. Die Tore für den SK Rapid fielen glücklich aus Standardsituationen bzw. durch eine Einzelaktion von René Gartler.

Mittelfeld ideenlos

Das Mittelfeld präsentierte sich durch die Bank schwach: Steffen Hofmann gelang gar nichts, Stefan Kulovits machte zu viele Fehlpässe, hatte aber formationsbedingt auch zu viel spielerische Verantwortung. Thomas Prager (wurde nach einer Stunde für Hofmann eingewechselt) verbesserte in der zweiten Halbzeit die Situation insofern, als dass er im Mittelfeld geordneter Position bezog als der offensivere Hofmann in Halbzeit Eins. Christoph Saurer war bemüht und zählte zu den Besseren, hatte dennoch auch schon bessere Tage. Boris Prokopic konnte sich so gut wie nie durchsetzen, zeigte in seinen Aktionen wenig Biss und zeichnete zudem für einige gefährliche Ballverluste im Mittelfeld verantwortlich.

Saurer und Thonhofer o.k.

Offensiv präsentierten sich interessanterweise die Spieler am besten, die bei Rapid derzeit auf dem Abstellgleis stehen. Christoph Saurer und Christian Thonhofer waren durchaus agil und versuchten etwas zu bewegen. Auffälligkeiten, die allerdings in einer allgemein sehr schlechten Partie relativ zu sehen sind. Für Rapid war das Aufeinandertreffen mit Hartberg ein Schaulaufen vor knapp 350 Zuschauern und ein wenig Bewegungstherapie. Selbstverständlich ist ein solches Testspiel nicht hoch zu bewerten und der Matchkader der Hütteldorfer war nur 14 Mann stark, dennoch war das Spiel bei unangenehmen Temperaturen nicht schön anzusehen.

Highlights des Spiels in chronologischer Reihenfolge

1:0 durch René Gartler (44.)

1:1 durch Lukas Mössner (45.)

2:1 durch Mario Sonnleitner (57.)

Lattenfreistoß Christoph Saurer (61.)

3:1 durch René Gartler (70.)

Daniel Mandl | Daniel Walter, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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